Verfahrensart
Offener, zweiphasiger, interdisziplinärer Realisierungswettbewerb mit freiraumplanerischem Ideenteil
Wettbewerbsaufgabe
Mitten im Herzen Berlins soll mit dem Rathaus der Zukunft ein innovativer, ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Rathausneubau entworfen werden, der ein offener und lebendiger Ort für die Bürger*innen und ein attraktiver Arbeitsplatz für die Mitarbeiter*innen werden soll. Damit einher geht ein hoher Anspruch an die Qualität der inneren wie äußeren Gestaltung des Gebäudes, seiner Organisation als auch seiner Materialität und Oberflächen.
Mit dem Bau des neuen Rathauses sollen die Räumlichkeiten der Bezirksverordnetenversamm-lung (BVV) (zusammen mit dem Kinder- und Jugendparlament), die Fachämter Standesamt, Stadtentwicklungsamt, Straßen- und Grünflächenamt, Ordnungsamt, die Service-Einheit Facility Management sowie das Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks Mitte an einem zentralen Standort zusammengeführt werden.
Das Raumprogramm umfasst dabei insgesamt eine Bruttogrundläche (BGF) von rund 32.720 m² und gliedert sich neben der Zonierung in die folgenden Funktionsbereiche:
Eingangsbereich/Foyer 716 m²
Ausstellungs-/Veranstaltungsbereich 890 m²
Bibliothek 732 m²
Kantine und Café 705 m²
Zentr. Konferenzbereich/BVV-Saal 750 m²
Büroflächen 13.357 m²
Hausdruckerei, Poststelle
Nebenräume, Lager, Hausmeister
Stellplätze/Tiefgarage, Mobility Hub
Die Nutzungsfläche (NUF) beträgt ca 19.412 m².
Das Rathaus der Zukunft wird als Hochhaus einen übergeordneten städtebaulichen Ankerpunkt im Quartier bilden und soll über eine differenzierte Höhenentwicklung Bezug zu den Gebäudehöhen der Umgebung aufnehmen: Über Abstufungen im Bauvolumen und aktiv genutzte Dachflächen soll trotz der hohen Dichte ein spannungsvolles Erscheinungsbild erzeugt werden. Ziel ist es, ein Quartier mit einer besonderen programmatischen Vielfalt und Atmosphäre zu schaffen: ein Nutzungsmix aus Kultur, Bildung, Sozialem, öffentlicher Verwaltung und bezahlbarem Wohnraum. Unterschiedliche Nutzungen und Zielgruppen sollen langfristig am Ort, sowohl im Bestand als auch im Neubau, verankert sein.
Eine besondere Herausforderung dieser Wettbewerbsaufgabe ist die Umgebung:
Die Auseinandersetzung mit den bereits erarbeiteten Konzepten zum Areal „Haus der Statistik“ ist dabei essenzielle Grundlage für alle weiteren Planungen. Nach der deutschen Wiedervereinigung fanden in den Gebäuden die Berliner Außenstelle des „Bundesamtes für Statistik“ und die „Birthler-Behörde” ihren Sitz (zuvor „Gauck-Behörde”); beide Behörden zogen bis 2008 aus, und der rund 50.000 m² große Gebäudekomplex mitten in Berlin stand zehn Jahre lang leer. Von August 2018 bis Februar 2019 wurde das städtebauliche Werkstattverfahren „Haus der Statistik“ durchgeführt, in dem drei Planungsteams parallel und miteinander an städtebaulichen Konzepten für das neue Quartier arbeiteten (siehe
wa-2023267;
wa-2024728).
Der Alexanderplatz selbst mit seinem Umfeld wurde seit der Wiedervereinigung auf Grundlage des auf einem städtebaulichen Ideenwettbewerb (1993 Kollhoff/Timmermann
wa-2001526) beruhenden Masterplans und darauf inhaltlich basierender Bebauungspläne entwickelt. Grundelement des Städtebaus ist eine Gebäudetypologie, die den berlintypischen Block mit dem Hochhaus kombiniert und so dem auseinanderdriftenden Stadtraum Halt verleiht.
Aufgrund der immobilienwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden ab dem Jahr 2000 zunächst nur die geplanten Bauvorhaben in den Blöcken nordöstlich und südwestlich des Alexanderplatzes umgesetzt, jedoch keine Hochhausprojekte. Unmittelbar am Platz erfolgten der Umbau und die Erweiterung des Warenhauses “Galeria Kaufhof“ sowie der Neubau eines Geschäftshauses („Saturn-Gebäude“). Gegenwärtig befinden sich drei wichtige Hochhausvorhaben im Bereich Alexanderplatz in der Bauphase:
„Alexander – Berlin Capital Tower“ (rd. 150 m), ein Hochhaus mit Einzelhandel und Büros sowie oberhalb Wohnappartements; das Bauvorhaben ruht derzeit.
„Covivio-Turm“ (rd. 130 m), ein Doppelturm mit 8-geschossigem Sockelbau als mischgenutzter Baukörper; Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2027 (
wa-2025192).
Das Bürohochhaus (rd. 130 m) am „Galeria-Warenhaus“; Fertigstellung spätestens 2028.
In der Planungsphase befindet sich der „Hines-Tower“ (rd. 150 m;
wa-2013419.
In südwestlicher Richtung befindet sich mit Alt-Berlin der historische Kern des heutigen Berlins. Nach der Wiedervereinigung wurde mit dem Planwerk Innenstadt eine Planung zur Entwicklung vorgelegt, deren Bestandteile mit weiteren Verfahren (Rathausforum, Molkenmark
wa-2032399) qualifiziert wurden.
Competition assignment
In the heart of Berlin, an innovative, ecologically and economically sustainable new town hall building is to be designed with the Town Hall of the Future. With the construction of the new town hall, the offices of the district council, the registry office, the urban development office, the roads and green spaces office, the public order office, the facility management service unit and the environmental and nature conservation office are to be brought together in one central location.
Fachpreisrichter*innen
Birgit Rapp, Amsterdam (Vorsitz)
Prof. Maria Clarke, Berlin
Prof. Elisabeth Endres, München/Kirchheim
Axel Lohrer, Berlin (1. Phase)
Prof. Dr. Mike Schlaich, Berlin
Bernhard Schwarz, Berlin
Sachpreisrichter*innen
Prof. Petra Kahlfeldt, SenStadt
Dr. Jan Herres, SenStadt
Stefanie Remlinger, Bezirksbürgermeisterin
Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat
Christopher Schriner, Bezirksstadtrat (1. Phase)
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit der weiteren Bearbeitung zugrunde zu legen. Für einen zukünftigen Realisierungswettbewerb für die Freianlagen empfiehlt das Preisgericht zu prüfen, ob die vier gleichwertig prämierten Arbeiten des Ideenteils als Teilnehmende gesetzt werden können.
Öffentliche Ausstellung
Ausstellungseröffnung Dienstag, den 08. Juli 2025
Einlass 17:30 Uhr | Beginn 18:00 Uhr
Neues Stadthaus | Otto-Suhr-Saal | 3. OG
Parochialstraße 3 | 10179 Berlin
Die Ausstellung ist bis zum 25. Juli 2025 von Montags bis Freitags zwischen 13:00 und 19:00 Uhr und Samstags bis Sonntags zwischen 11:00 und 17:00 Uhr geöffnet.