Verfahrensart
Nicht offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 mit anschließendem Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb
Wettbewerbsaufgabe
Nach vertiefenden Untersuchungen des Bestandsgebäudes an der Heinrich-Heine-Allee und der Erstellung eines zukunftsfähigen Bedarfsprogramms der Oper sowie einer Öffentlichkeitsbeteiligung beschloss der Rat der Stadt Düsseldorf am 16. Dezember 2021 in einem Grundsatzbeschluss, die Sanierung des Opernhauses (ausgenommen Sanierungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebes) nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen wurde die vertiefte Planung für den Neubau eines Opernhauses der Zukunft beschlossen und entsprechende Maßnahmen aufgenommen.
Diesem Beschluss folgend, sowie auf Grundlage von weitergehenden Untersuchungen zu Standortalternativen, wurde 2022/23 in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb die grundsätzliche Eignung von zwei möglichen Standorten detailliert untersucht. Basierend auf diesem Ergebnis hat der Rat der Stadt Düsseldorf am 15. Juni 2023 in einem weiteren Beschluss zunächst die Entscheidung für den Standort Heinrich-Heine-Allee und die Vorbereitung eines Realisierungswettbewerbs für das Projekt getroffen.
Nachdem sich im Laufe des ersten Halbjahrs 2024 veränderte Rahmenbedingungen ergeben haben, hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf am 27. Juni 2024 beschlossen, das neue Opernhaus am anderen der beiden untersuchten Standorte, Am Wehrhahn 1, zu planen und den vorbereiteten Planungswettbewerb anzupassen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit einen ehemaligen Kaufhausstandort am Rande der Innenstadt zu einem zukunftsfähigen Ort für ein zeitgemäßes Opernhaus zu entwickeln und die Risiken der Entwicklung am bestehenden Standort zu umgehen.
Die Immobilien Projektmanagement Düsseldorf GmbH (IPM) beabsichtigt, im Auftrag der Landeshauptstadt Düsseldorf (LHD) Am Wehrhahn 1 in Düsseldorf-Stadtmitte, zwischen Tonhallenstraße und Oststraße, einen Neubau für die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf errichten zu lassen – das Opernhaus der Zukunft.
Das zu errichtende Gebäude soll auf ca. 38.000 qm Nutzungsfläche (NUF, zzgl. Verkehrs-, Technik- und Konstruktionsflächen) nicht nur die Funktionen eines neuen Opernhauses schaffen, sondern zusätzliche Nutzungen und Funktionen aufweisen, u.a. die städtische Musikschule, die städtische Musikbibliothek und Education-Bereiche.
So soll das Opernhaus der Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern eine kulturelle Spielstätte sein. Geplant sind u.a. zwei Säle mit Plätzen für ca. 1.300 (Bühne Oper) bzw. ca. 400 (Studio Bühne) Zuschauerinnen und Zuschauer.
IPM und LHD legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, insbesondere die Beachtung des Cradle2Cradle-Prinzips. Ausdrückliches Planungsziel ist das Erreichen einer Zertifizierung der Nachhaltigkeit nach einem auch für die Fördermittelzusage geeigneten System (z.B. DGNB). Die Planung soll unter Anwendung der Methode Building Information Modeling (BIM) erfolgen.
Die Aufgabe setzt hohe Anforderungen an die planerische Qualität, inklusive Lösungen für komplexe Anforderungen an Raumorganisation und Logistik sowie wirtschaftliche Konzeptionen für Erstellung und Betrieb.
Ziel ist der Bau eines zukunftsweisenden Gebäudes, das in innovativer und zugleich wirtschaftlicher Form den Raum für Kultur und Kommunikation schafft. Am neuen Standort sollen nicht nur die Funktionen eines zeitgemäßen neuen Opern- und Balletthauses neu entwickelt werden, sondern zusätzliche Nutzungen und Funktionen integriert werden, u.a. die städtische Clara-Schumann-Musikschule, die Musikbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf sowie Education-Bereiche. So soll das Opernhaus der Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern eine kulturelle Spielstätte sein.
Unter dem Begriff „Opernhaus der Zukunft“ (ODZ) wird der Dreiklang zwischen Deutscher Oper am Rhein (DOR), Clara-Schumann-Musikschule (CSM) und Musikbibliothek im Sinne einer räumlichen und konzeptionellen Zusammenfassung dieser Institutionen verstanden.
Die Begrifflichkeit hat sich im Rahmen der Projekthistorie entwickelt. So wurde zunächst für den heutigen Standort an der Heinrich-Heine-Allee die „Oper für alle“ gedacht und geprüft. Im Projektverlauf entwickelte sich der Begriff „Opernhaus der Zukunft“. Mit Standortwechsel zum Wehrhahn und mit Einbeziehung der beiden Institutionen CSM und Musikbibliothek sowie mit dem Wunsch zur Schaffung eines Dritten Ortes, geht das Ziel des Gebäudes über ein effizientes und national sowie international angesehenes Opernhaus hinaus. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Auslobungsunterlagen und vor dem Hintergrund der Projektorganisation wird die Begrifflichkeit fortgeführt.
Fachpreisrichter*innen
Ulrike Böhm, Landschaftsarchitektin, Berlin
Univ. Prof. Brain Cody, Ingenieur, Graz
Andreas Cukrowicz, Architekt, Bregenz
Prof. Hannelore Deubzer, Architektin, Berlin/München
Heiner Farwick, Architekt, Ahaus
Jochen Kral, Stadtplaner, Beigeordneter für Mobilität, Landeshauptstadt Düsseldorf
Prof. Regula Lüscher, Architektin, Winterthur
Prof. Hilde Léon, Architektin, Berlin
Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Mark, Ingenieur, Dortmund
Wesko Rohde, Meister für Veranstaltungstechnik, Oldenburg
Dorothée Schneider, Architektin, Stadtkämmerin, Landeshauptstadt Düsseldorf
Prof. Katinka Temme, Architektin, Augsburg
Prof. Anca Timofticiuc, Architektin, Berlin
Prof. Jörn Walter, Stadtplaner, Hamburg
Robin Winogrond, Landschaftsarchitektin, Zürich
Cornelia Zuschke, Architektin, Beigeordnete für Planen, Bauen, Wohnen und Grundstückswesen, Landeshauptstadt Düsseldorf
Sachpreisrichter*innen
Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister, Landeshauptstadt Düsseldorf
Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur und Integration, Landeshauptstadt Düsseldorf
Alexandra Stampler-Brown, Geschäftsführende Direktorin Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf
Dr.-Ing. Heinrich Labbert, Geschäftsführung Immobilien Projekt Management Düsseldorf GmbH
Dr. Alexander Fils, Fraktion CDU, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Angelika Penack-Bielor, Fraktion CDU, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Andreas Hartnigk, Fraktion CDU, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Marcus Münter, Fraktion CDU, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Clara Gerlach, Fraktion Bündnis90 / Die Grünen, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Annette Klinke, Fraktion Bündnis90 / Die Grünen, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Dr. Frank Schulz, Fraktion Bündnis90 / Die Grünen, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Markus Raub, Fraktion SPD, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Dr. Sabrina Proschmann, Fraktion SPD, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Manfred Neuenhaus, Fraktion FDP, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Sigrid Lehmann, Fraktion Die Linke, Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt der Ausloberin einstimmig, die Urheberinnen und Urheber des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurfs mit der weiteren Bearbeitung gemäß Auslobung zu beauftragen. Bei der Weiterentwicklung des Projekts sind die in der schriftlichen Beurteilung des Preisgerichts genannten kritischen Anmerkungen zu berücksichtigen. Ferner empfiehlt das Preisgericht die Ergebnisse der Flächen- und Volumenermittlung der Vorprüfung und die im Rahmen der Vorprüfung durch Sachverständige niedergelegten Aussagen zu beachten.
Weitere Informationen zum Projekt und eine Online-Ausstellung aller Entwürfe stehen auf der Projekt-Website www.odz-wettbewerb.de zur Verfügung.