Verfahrensart
Nicht offener zweiphasiger Realisierungswettbewerb gemäß RPW 2013 mit anschließendem Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb
Anlass
Nach Untersuchungen des Bestandsgebäudes an der Heinrich-Heine-Allee und der Erstellung eines Bedarfsprogramms der Oper sowie einer Öffentlichkeitsbeteiligung beschloss der Rat der Stadt Düsseldorf am 16. Dezember 2021 in einem Grundsatzbeschluss die Sanierung des Opernhauses nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen wurde die Planung für den Neubau eines Opernhauses der Zukunft beschlossen. Ein Ideenwettbewerb 2022/23 (wa-2034626) prüfte zwei Standorte; daraufhin entschied sich der Rat am 15. Juni 2023 zunächst für die Heinrich-Heine-Allee. Nachdem sich im Laufe des 1. Halbjahrs 2024 veränderte Rahmenbedingungen ergeben haben, hat der Rat der Stadt Düsseldorf am 27. Juni 2024 beschlossen, das neue Opernhaus am anderen der beiden untersuchten Standorte, Am Wehrhahn 1, zu planen und den Planungswettbewerb anzupassen.
Wettbewerbsaufgabe
Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH (DOR) ist eine Theatergemeinschaft der Städte Düsseldorf und Duisburg. Seit ihrer Gründung 1956 zählt die DOR zu den größten Opernhäusern im deutschsprachigen Raum. Durch ihr hochrangiges Solistenensemble, den Chor sowie die national wie international gefeierte Compagnie Ballett am Rhein hat sich die DOR zu einer der ersten Adressen für Musiktheater und Tanz in Europa entwickelt.
Die DOR ist national wie international engmaschig vernetzt: Als sogenanntes „A-Haus“ ist sie Teil der deutschsprachigen Opernkonferenz, einem Zusammenschluss von 13 Opernhäusern im deutschsprachigen Raum sowie drei assoziierten Mitgliedsbühnen aus London, Mailand und Paris; zudem ist sie Mitglied bei „Opera Europa“, einem europäischen Netzwerk von Opernhäusern.
Ziel des Wettbewerbs „Opernhaus der Zukunft“ in Düsseldorf ist der Neubau eines zukunftsweisenden Gebäudes für die DOR, das in innovativer und zugleich wirtschaftlicher Form den Raum für Kultur und Kommunikation schafft.
Am neuen Standort sollen nicht nur die Funktionen eines zeitgemäßen neuen Opern- und Ballett-hauses neu entwickelt werden, sondern zusätzliche Nutzungen und Funktionen integriert werden, unter anderem die städtische Clara-Schumann-Musikschule, die Musikbibliothek der Stadtbüchereien Düsseldorf sowie weitere Education-Bereiche. So soll das Opernhaus der Zukunft allen Bürgerinnen und Bürgern eine kulturelle Spielstätte sein.
Unter dem Begriff „Opernhaus der Zukunft“ wird der Dreiklang zwischen der DOR, der Clara-Schumann-Musikschule (CSM) und der Musikbibliothek im Sinne einer räumlichen und konzeptionellen Zusammenfassung dieser Institutionen verstanden. Die Begrifflichkeit hatte sich im Rahmen der Projekthistorie entwickelt. So wurde zunächst für den heutigen Standort an der Heinrich-Heine-Allee die „Oper für alle“ gedacht und geprüft (siehe Anlass). Im Projektverlauf entwickelte sich dann der Begriff „Opernhaus der Zukunft“. Mit Standortwechsel zum Wehrhahn eröffnete sich jetzt die Möglichkeit, einen ehemaligen Kaufhausstandort am Rande der Innenstadt zu einem zukunftsfähigen Ort für ein zeitgemäßes Opernhaus zu entwickeln.
Mit Einbeziehung der beiden Institutionen CSM und Musikbibliothek sowie mit dem Wunsch zur Schaffung eines sogenannten Dritten Ortes, geht das Ziel des Gebäudes über ein effizientes und national sowie international angesehenes Opernhaus hinaus.
Das zu errichtende Gebäude soll auf ca. 38.000 m2 Nutzungsfläche (NUF, zzgl. Verkehrs-, Technik- und Konstruktionsflächen) nicht nur die Funktionen eines neuen Opernhauses schaffen, sondern zusätzliche Nutzungen und Funktionen aufweisen wie die bereits erwähnte städtische Musikschule, die städtische Musikbibliothek und Education-Bereiche: So soll das Opernhaus der Zukunft explizit allen Bürgerinnen und Bürgern eine kulturelle Spielstätte sein.
Geplant sind unter anderem zwei Säle mit Plätzen für ca. 1.300 (Bühne Oper) bzw. ca. 400 (Studio Bühne) Zuschauerinnen und Zuschauer.
Die Auslober legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, dabei insbesondere die Beachtung des Cradle2Cradle-Prinzips. Ausdrückliches Planungsziel ist das Erreichen einer Zertifizierung der Nachhaltigkeit nach einem auch für die Fördermittelzusage geeigneten System (z. B. DGNB). Die Planung soll unter Anwendung der Methode Building Information Modeling (BIM) erfolgen.
Die Aufgabe setzt hohe Anforderungen an die planerische Qualität, inklusive Lösungen für komplexe Anforderungen an Raumorganisation und Logistik sowie wirtschaftliche Konzeptionen für Erstellung und Betrieb.
Competition assignment
The Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg gGmbH (DOR) is a joint theatre organization of the cities of Düsseldorf and Duisburg. Since its founding in 1956, the DOR has been among the largest opera companies in the German-speaking world. With its distinguished ensemble of soloists, its choir, and the nationally and internationally acclaimed Ballett am Rhein company, the DOR has developed into one of Europe’s leading institutions for music theatre and dance.
The aim of the “Opera House of the Future” competition in Düsseldorf is to construct a forward-looking new building for the DOR that creates space for culture and communication in an innovative yet economical way. At the new site, not only will the functions of a contemporary opera and ballet house be redeveloped, but additional uses and functions will be integrated – including the municipal Clara Schumann Music School, the Music Library of the Düsseldorf Public Libraries, and further educational facilities. The Opera House of the Future is intended to serve as a cultural venue for all citizens. The term “Opera House of the Future” (OHF) refers to the triad formed by the DOR, the Clara Schumann Music School (CSM), and the Music Library – a spatial and conceptual integration of these institutions. The terminology emerged during the project’s
development. By incorporating the CSM, the Music Library, and the ambition to create a so-called “third place,” the goal of the building extends beyond housing an efficient and nationally and internationally respected opera house. The planned building, with approx. 38,000 m2 of usable floor area (excluding circulation, technical, and structural areas), will not only provide the functions of a new opera house but will also accommodate the aforementioned music school, music library, and educational spaces. The Opera House of the Future is thus explicitly intended as a cultural venue for all citizens. Plans include two performance spaces with approx. 1,300 seats (main opera stage) and 400 seats (studio theatre), respectively.
The commissioning authorities place particular emphasis on sustainability, especially on adhering to the Cradle-to-Cradle principle. A key planning objective is to achieve a sustainability certification suitable for securing funding (e.g. DGNB). Planning shall be carried out using the Building Informa-tion Modeling (BIM) method.
Fachpreisrichter*innen
Heiner Farwick, Ahaus (Vorsitz)
Ulrike Böhm, Berlin
Univ. Prof. Brain Cody, Graz
Andreas Cukrowicz, Bregenz
Prof. Hannelore Deubzer, Berlin/München
Jochen Kral, Landeshauptstadt Düsseldorf
Prof. Regula Lüscher, Winterthur
Prof. Hilde Léon, Berlin
Prof. Dr.-Ing. habil. Peter Mark, Dortmund
Wesko Rohde, Oldenburg
Dorothée Schneider, LH Düsseldorf
Prof. Katinka Temme, Augsburg
Prof. Anca Timofticiuc, Berlin
Prof. Jörn Walter, Hamburg
Robin Winogrond, Zürich
Cornelia Zuschke, Landeshauptstadt Düsseldorf
Sachpreisrichter*innen
Dr. Stephan Keller, OB LH Düsseldorf
Miriam Koch, Landeshauptstadt Düsseldorf
Alexandra Stampler-Brown, Dt. Oper am Rhein
Dr.-Ing. Heinrich Labbert, IPM
Dr. Alexander Fils, Stadtrat LH Düsseldorf
Angelika Penack-Bielor, Stadtrat LH Düsseldorf
Andreas Hartnigk, Stadtrat LH Düsseldorf
Marcus Münter, Stadtrat LH Düsseldorf
Clara Gerlach, Stadtrat LH Düsseldorf
Annette Klinke, Stadtrat LH Düsseldorf
Dr. Frank Schulz, Stadtrat LH Düsseldorf
Markus Raub, Stadtrat LH Düsseldorf
Dr. Sabrina Proschmann, Stadtrat LH Düsseldorf
Manfred Neuenhaus, Stadtrat LH Düsseldorf
Sigrid Lehmann, Stadtrat LH Düsseldorf
Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht empfiehlt, die Urheber*innen des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurfs mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.
Weitere Informationen zum Projekt und eine Online-Ausstellung aller Entwürfe stehen auf der Projekt-Website www.odz-wettbewerb.de zur Verfügung.