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  • 3. Preis: Walter Huber Architekten, Stuttgart
  • 3. Preis: Hahn · Helten Ass. Architekten GmbH, Aachen
  • Anerkennung: aig Architekten und Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf
  • 1. Preis: DGM Architekten PartGmbB, Krefeld

Kreisarchiv , Viersen/ Deutschland

Architektur Wettbewerbs-Ergebnis

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Veröffentlicht als:

Dokumentation
Zwischenbericht
wa-ID
wa-2021546
Tag der Veröffentlichung
19.10.2017
Aktualisiert am
26.11.2020
Verfahrensart
Nicht offener Wettbewerb
Teilnehmer
Freischaffende, angestellte und beamtete Architekt*innen
Beteiligung
19 Arbeiten
Auslober
Koordination
assmann GmbH, Dortmund
Bewerbungsschluss
24.05.2017
Abgabetermin Pläne
15.08.2017
Abgabetermin Modell
29.08.2017
Preisgerichtssitzung
26.09.2017

 

Die Aufgabenstellung des Architektur-Wettbewerbs „Neubau Kreisarchiv Viersen“ forderte die Beschäftigung mit zwei sehr interessanten Themenfeldern. Einerseits stellt ein Archiv einen sehr anspruchsvollen Gebäudetypus dar, den zu entwerfen sowohl gestalterisch als auch von der inneren Organisation der Abläufe, den klimatischen Bedingungen und dem Umgang mit den Archivalien einzigartig ist. Andererseits ist die Erstellung eines Gebäudes nach den Prinzipien des zirkulären Wirtschaftens in Verbindung mit der BIM-Arbeitsweise eine eigene Herausforderung.

Architektur
Das Gebäude des Kreisarchivs Viersen gliedert sich in zwei differenzierte Baukörper, die die beiden wesentlichen Aufgaben des Archivs abbilden. Das Magazin, als Aufbewahrungsort der Archivalien mit einer nach innen gekehrten, geschlossenen Form und Fassade und die Arbeits- und Besucherbereiche mit einer sehr offenen und einladenden Gestaltung. Das Magazin muss ein sicherer, richtig klimatisierter und funktional optimierter Aufbewahrungsort für die Archivalien sein. In der niederrheinischen Baukultur existiert mit dem „Berfes“ ein Gebäudetypus mit vergleichbarer Aufgabe, Wertvolles zu schützen. Dieser ist als Fachwerk- oder Backsteinbau auf historischen Gutshöfen im Kreisgebiet zu finden. Das Magazin steht mit seiner monolithischen Backsteinfassade in dieser Tradition. Die Arbeits- und Besucherbereiche umschließen den „Berfes“ schützend. Sie sind offen in alle Richtungen und es bieten sich den Nutzern Aus- und Einblicke. Hier sind alle Bereiche unter einem Dach zusammengefasst.

Kreisläufe
Der zweite Aspekt der Projektaufgabe ist die Kreislaufwirtschaft. Doch was ist mit dem Begriff „zirkuläre Wirtschaft“ gemeint? Die natürlichen Kreisläufe sind den meisten Menschen bekannt: Eine Pflanze wächst und bildet Blätter aus, diese Fallen herab und werden durch Kompostierung zu den Nährstoffen, die die Pflanzen wiederum zum Wachsen benötigen. „Cradle to Cradle“, von der Wiege zur Wiege soll versinnbildlichen, das nichts verloren geht, sondern immer wieder einer mindestens gleichwertigen Verwendung zur Verfügung steht und dabei sogar einen Mehrwert bringt. Die Überproduktion von Blättern und sonstigem pflanzlichem Material schadet allerdings dem Ökosystem nicht – im Gegenteil.

Den natürlichen Kreislauf in einen technischen Kreislauf zu übersetzen ist die Idee der zirkulären Wirtschaft. Wir mussten also nach Materialien, Konstruktionen und technischen Lösungen suchen und diese erfinden, welche während ihrer Nutzung keine negativen Einflüsse auf den Nutzer haben und nach ihrem Gebrauch keinen Abfall darstellen, sondern als Grundlage neuer Produkte dienen können oder kompostierbar sind. Sie sollen später wieder zurück in den natürlichen Kreislauf wechseln können. Dann wirkt sich auch ein Wirtschaftswachstum nicht negativ auf Menschen und Umwelt aus. Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist im Gegensatz zu den bisherigen Ansätzen, die fast immer Einsparungen fordern ausdrücklich keine Aufforderung zum Schrumpfen. Vielmehr geht es um das Schließen der Kreisläufe und eine nachhaltige, unschädliche Entwicklung.

Design to Disassemble
Um die Materialien später weiter nutzen zu können wurden Konstruktionen demontierbar gestaltet. Das heißt z.B. Vermeidung von Verbundstoffen und Verklebungen. Verwaltung, öffentliche Bereiche und Werkstätten sind in Holzbauweise ausgeführt. Der Holzbau ist demontierbar und seine Einzelteile lassen sich später in einer neuen Nutzung wiederverwenden. Über den gesamten Nutzungszyklus bindet das Material CO2. Im Innern entsteht durch die Einspannung der tragenden Stützen und dem damit verbundenen Verzicht auf aussteifende Wände, ein flexibler Grundriss, der sich verändernden Arbeitsweisen anpassen lässt. Die Fassade des Magazinkubus wurde mit 100 Jahre alten Feldbrandziegeln erstellt. Man kann die Steine später erneut demontieren und wieder an einem anderen Gebäude verwenden. Trennwände wurden in Lehmtrockenbau hergestellt. Der Lehm wirkt sich positiv auf das Raumklima aus und er kann nach seiner Nutzungszeit einfach wiederverwendet oder der Erde zurückgegeben werden. Die wegen der Nutzung erforderlichen Betonkonstruktionen sind z.T. als verschraubte Fertigteile gefertigt und können nach einem Abbau unbeschädigt einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Das Gebäude und seine direkte Umgebung erzeugen einen Mehrwert für Mensch und Umwelt. Die Außenanlagen wurden so gestaltet, dass die Biodiversität gesteigert wird und heimische Tier- und Pflanzenarten auf dem Grundstück eine neue Heimat finden. Eine großflächige Dachbegrünung, verbessert die Luftqualität an der vielbefahrenen Straße und die Anpflanzung heimischer Pflanzenarten in den Außenanlagen bietet Lebensraum. Der mit gesammeltem Regenwasser gespeiste Teich verbessert das Mikroklima durch Verdunstung und ein umlaufender Holzsteg-Weg ermöglicht es den Menschen aus der Umgebung diese Bereiche zu nutzen.

BIM
Die Bearbeitung des Projekts mit Hilfe der BIM-Methodik ermöglicht, Materialien im digitalen Modell zu definieren und für eine spätere Verwendungen auffindbar zu machen. Gleichzeitig wurden durch das Zusammenführen der Planungsmodelle von Architektur, TGA und Statik, Kollisionen frühzeitig erkannt und vermieden. Zum Teil ist auch die Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten über die Modelle erfolgt. Auch konnten die Massen für einzelne Bauteilpositionen der Ausschreibung direkt aus dem Modell entnommen werden. Mithilfe des Modells erzeugte Visualisierungen wurden für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet. In der Nutzungsphase des Gebäudes ist die Verwendung der Daten durch den Bauherrn möglich. Dies erleichtert Umplanungsprozesse und erspart dem Facility Management Rechercheaufwand und doppelte Arbeit.

Bernd Volkenannt - DGM Architekten

12/2020

Aktuell ist das Archiv des Kreises Viersen in der Kurkölnischen Landesburg in Kempen untergebracht. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude wird dieser Nutzung jedoch weder in technischer noch in funktionaler Hinsicht gerecht. Aufgrund der Bedeutung der Kurkölnischen Landesburg insbesondere unter dem Aspekt des Denkmalschutzes sind Umbaumaßnahmen und Erweiterungen nicht im erforderlichen Umfang möglich. Aufgrund erhöhter Anforderungen an die Archivierung öffentlicher Bestände ist die Errichtung eines Neubaus daher zwangsläufig notwendig. Südlich der Viersener Straße und westlich des Ransberg liegt das ca. 5.000 Quadratmeter große Plangebiet im neu entstehenden Businesspark in Dülken, welche heute als landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Der Neubau soll neben einer Verbesserung der Erreichbarkeit durch den neuen Standort vor allem eine Steigerung der Aufenthalts- und Servicequalität mit sich bringen. Darüber hinaus soll das Gebäude zukunftsorientiert gestaltet werden. Einerseits ist es das Ziel, einen optimalen Baukörper für Archivzwecke zu gestalten. Andererseits soll das Archiv stärker in die kulturelle Infrastruktur und die Lösung von kommunalen Aufgaben eingebunden werden. Diesen Wettbewerb haben DGM Architekten aus Krefeld im September 2017 gewonnen und den Bauauftrag erhalten. Der Bauantrag wurde im Dezember 2018 eingereicht. Im Juli 2019 erfolgte die Baugenehmigung. Der Spatenstich fand im Januar 2020 statt.

1. Preis

DGM Architekten PartGmbB, Krefeld
Veit Stolberg · Bernd Volkenannt
Mitarbeit: Dr. Wolfgang Melchert
Martin Schüten · Gerd Rother
  • 1. Preis: DGM Architekten PartGmbB, Krefeld
  • Lageplan
  • Perspektive von Nord-Ost
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost – Eingang
  • Längsschnitt
  • Grundriss Erdgeschoss
  • UG, 1. OG, 2. OG, 3.OG
  • 1. Preis: DGM Architekten PartGmbB, Krefeld
  • Lageplan
  • Perspektive von Nord-Ost
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost – Eingang
  • Längsschnitt
  • Grundriss Erdgeschoss
  • UG, 1. OG, 2. OG, 3.OG

3. Preis

Hahn · Helten Ass. Architekten GmbH, Aachen
Günter Helten · Harald Schäfer
Mitarbeit: Dominik Urban · Mariann Hammans
Verena Hild · Andrea Nickisch · Hannah Lobs
  • 3. Preis: Hahn · Helten Ass. Architekten GmbH, Aachen
  • Lageplan
  • Ansicht West
  • Ansicht Nord
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost
  • Schnitt A-A
  • Grundriss EG
  • Grundriss 1. OG
  • Grundriss 2. OG
  • Grundriss 3. OG
  • Schnitt B-B
  • Fassadenschnitt
  • 3. Preis: Hahn · Helten Ass. Architekten GmbH, Aachen
  • Lageplan
  • Ansicht West
  • Ansicht Nord
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost
  • Schnitt A-A
  • Grundriss EG
  • Grundriss 1. OG
  • Grundriss 2. OG
  • Grundriss 3. OG
  • Schnitt B-B
  • Fassadenschnitt

3. Preis

Walter Huber Architekten, Stuttgart
Walter Huber
Mitarbeit: Apostolos Michailidis
Jana-Marie David
Fachplaner: Transsolar, Stuttgart
  • 3. Preis: Walter Huber Architekten, Stuttgart
  • Lageplan
  • Grundriss EG
  • Grundriss 1. OG
  • Grundriss 2. OG
  • Ansicht West
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost
  • Ansicht Nord
  • Schnitt 2
  • 3. Preis: Walter Huber Architekten, Stuttgart
  • Lageplan
  • Grundriss EG
  • Grundriss 1. OG
  • Grundriss 2. OG
  • Ansicht West
  • Ansicht Süd
  • Ansicht Ost
  • Ansicht Nord
  • Schnitt 2

Anerkennung

aig+ Architekten und Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf
Dirk Dincklage · Holger Molter
Mitarbeit: Meike Schöffler · Jan Krüger
Moritz Hecktor
Brandschutz/Tragwerk/Bauphysik:
Ingenieurbüro Gehlen, Düsseldorf
TGA: Passau Ingenieure GmbH, Düsseldorf
  • Anerkennung: aig  Architekten und Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf
  • Anerkennung: aig Architekten und Ingenieurgesellschaft, Düsseldorf
Verfahrensart
Nicht offener, einstufiger Wettbewerb mit vorgeschaltetem EWR-offenen Bewerbungsverfahren zur Auslosung von 15 Teilnehmern sowie 5 Zuladungen

Wettbewerbsaufgabe
Aktuell ist das Archiv des Kreises Viersen in der Kurkölnischen Landesburg in Kempen untergebracht. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude wird dieser Nutzung jedoch weder in technischer noch in funktionaler Hinsicht gerecht. Aufgrund der Bedeutung der Kurkölnischen Landesburg insbesondere unter dem Aspekt des Denkmalschutzes sind Umbaumaßnahmen und Erweiterungen nicht im erforderlichen Umfang möglich. Aufgrund erhöhter Anforderungen an die Archivierung öffentlicher Bestände ist die Errichtung eines Neubaus daher zwangsläufig notwendig.
Südlich der Viersener Straße und westlich des Ransberg liegt das ca. 5.000 m² große Plangebiet im neu entstehenden Businesspark in Dülken, welche heute als landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Der Neubau soll neben einer Verbesserung der Erreichbarkeit durch den neuen Standort vor allem eine Steigerung der Aufenthalts- und Servicequalität mit sich bringen. Darüber hinaus soll das Gebäude zukunftsorientiert gestaltet werden. Einerseits ist es das Ziel, einen optimalen Baukörper für Archivzwecke zu gestalten. Andererseits soll das Archiv stärker in die kulturelle Infrastruktur und die Lösung von kommunalen Aufgaben eingebunden werden. Das Gebäude soll alle Anforderungen und Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Archivmanagement erfüllen, damit eine langfristige, sichere und wirtschaftliche Nutzung und Bewahrung der Bestände gegeben ist.
Das Gebäude soll für einen sichtbaren Mehrwert für den Kreis Viersen stehen und den gewählten Ansatz der „Zirkulären Wertschöpfung“ erfahrbar machen. Die Zukunftsfähigkeit des Gebäudes ist auch von seiner Flexibilität in Hinblick auf Erweiterungen bei wachsendem Archivbestand abhängig. Die Erweiterbarkeit ist daher bei der Planung zu berücksichtigen und nachzuweisen. Der Auslober legt hohen Wert auf die Wirtschaftlichkeit des Neubaus insbesondere in der Bauphase als auch im Betrieb, also bei Betrachtung der Bau- und Lebenszykluskosten.

Competition assignment
The archive of the Viersen district is currently housed in the Kurkölnische Landesburg in Kempen. But the 14th-century building does not meet today’s demands and rebuilding measures are not possible, thus a new building is necessary. The site with 5.000 m² is located in the newly developed business park in Dülken. The new building shall involve improved accessibility, an increased amenity value and quality of service. It shall be designed for the future: optimal for archiving and integrated into the cultural infrastructure. The building shall make the chosen approach of circular value perceptible. Its sustainability is also dependent on its extensibility, which must be considered and documented. Special emphasis has to be placed on the building’s efficiency, in construction and life cycle costs.

Fachpreisrichter*innen
Heiner Farwick, Ahaus (Vors.)
Frank Brünsing, Krefeld
Prof. Wim van den Bergh, Aachen
Beatrice Kamper, Stadt Viersen

Sachpreisrichter*innen
Dr. Andreas Coenen, Kreis Viersen
Ingo Schabrich, Kreis Viersen
Harald Droste, Kreis Viersen

Preisgerichtsempfehlung
Der Vorsitzende erläutert, dass anschließend ein Verhandlungsverfahren mit allen Preisträgern durchgeführt wird. Vorbehaltlich dieses Verfahrens wird empfohlen, die Arbeit des 1. Preises zu einer weiteren Bearbeitung zu beauftragen.

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