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Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg – Umgestaltung der „Kommandantenvilla“ , Frankenberg/Sa. / Deutschland

Abgabefrist 30.10.2020

Wettbewerbs-Ausschreibung

wa-ID
wa-2029549
Tag der Veröffentlichung
31.07.2020
Abgabetermin
30.10.2020
Verfahrensart
Offener Wettbewerb
Zulassungsbereich
Andere
Fachbereich
Architektur
Kunst/Design
Auslober
Stadt Frankenberg/Sa.
Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg – Umgestaltung der „Kommandantenvilla“

Auslober
Stadt Frankenberg/Sa.
Markt 15
D-09669 Frankenberg/Sa.

Ansprechpartner / Rückfragen
Fr. Saborowski, Stadtverwaltung Frankenberg/Sa.
E-Mail: s.saborowski@frankenberg-sachsen.de

Wettbewerbsaufgabe
Die Stadt Frankenberg/Sa. lobt einen internationalen Ideenwettbewerb für Architekten und Künstler sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung bzw. interdisziplinäre Gestalter- und Projektteams aus, mit dem Ziel, die baulichen Überreste der „Kommandantenvilla“ des ehemaligen Konzentrationslagers (KZ) Sachsenburg in quantitativer und qualitativer Hinsicht bestmöglich zu sichern und als Teil der Gedenkstätte umzugestalten.

In Sachsenburg wurde im Jahr 1933 von den Nationalsozialisten (NS) in den Werksanlagen der vormaligen Spinnerei ein „Schutzhaftort“ errichtet, der bis 1937 als Konzentrationslager ausgebaut und betrieben wurde. Das frühe KZ Sachsenburg steht exemplarisch für den NS-Terror, zeigt es doch charakteristische Züge des kontinuierlichen Aufbaus eines Systems, welches später andernorts in großen Vernichtungslagern mit Grausamkeit und menschenverachtenden Methoden auf die Spitze getrieben wurde. Während des gesamten Zeitraums von 1933 bis 1937 wurden ca. 10.000 Gefangene im KZ Sachsenburg inhaftiert.

Das Gebäudeensemble wurde von 1937 bis 1990 wieder als Produktionsstandort genutzt. Es ist daher weitgehend erhalten.

Die vorhandene Gedenkstätte soll umfassend ausgebaut werden. Das inhaltliche Konzept wird dabei die Häftlinge, ihr Leiden und Sterben sowie ihre Erfahrungen des Überlebens im NS-Terror in den Mittelpunkt stellen. Es wird ein Erinnerungsort geschaffen, der eine hohe Authentizität aufweist und am originalen Platz das Leben der Opfer und der Täter erfahrbar macht.

Der Gebäudebestand des Areals ist nahezu erhalten. Zu dem Ensemble gehört unter anderem die alte Fabrikantenvilla, die von 1933-37 als „Kommandantenvilla“ das zentrale Element der NS-Macht und einen konkreten Täter-Ort darstellte. Sie ist noch vorhanden, jedoch in einem solch schlechten baulichen Zustand, dass nur ein Teilerhalt unter Beachtung von denkmalbehördlichen Auflagen als umsetzbar eingeschätzt wird. Erschwerend kommt die Lage im Hochwassergebiet hinzu.

Aufgabe des Wettbewerbes ist es, Ideen und Konzepte vorzulegen, mit deren Hilfe die baulichen Reste der Villa als bedeutender Teil der zu errichtenden Gedenkstätte dauerhaft erhalten bleiben.

Da der Erhalt der Bausubstanz nur in Teilen möglich sein wird, werden künstlerische und besondere architektonische / landschaftsarchitektonische Überformungen erwartet, die das historische Gebäude und das unmittelbare Außengelände wahrnehmbar machen. Es ist von einem teilweisen Erhalt des Hauses auszugehen. Eine komplette Sanierung wird aufgrund des schlechten, ruinösen Zustandes der Bausubstanz sowie der Statik des Gebäudes ausgeschlossen.

Für die Neugestaltung im Rahmen einer baurechtlichen Umsetzung sind alle Materialien und Techniken zugelassen, die an diesem Ort im Freien und ohne permanente Betreuung überdauern können. Eine Überdachung /Teilüberdachung ist konzeptabhängig möglich, wird jedoch nicht gefordert.

Die Angemessenheit der Lösungen in Bezug auf die Wiedererkennbarkeit des Gebäudes, dem Wirken im Gesamtgedenkstättenkontext und für eine dauerhafte Nutzbarkeit als Teil des Ausstellungsgeländes in einem weitläufigen Freiraum ist dabei für die Auslober von besonderer Wichtigkeit. Das Vorhaben muss im Rahmen des §63 Sächsische Bauordnung genehmigungsfähig sein. Dabei sind insbesondere die Anliegen des Denkmal- und Hochwasserschutzes zu beachten.

Wesentliche Anforderungen des Ideenwettbewerbs sind, neben dem Ausbau eines begehbaren Plateaus, der Erhalt von Blickachsen und Blickperspektiven zum Lagergelände sowie die Prüfung des Umgangs mit den historischen Überresten des Gebäudes, ggf. unter Etablierung einer Besucherführung. Ausstellungs- und Seminarräume werden in anderen Gebäuden ausreichend Platz haben.
Es ist vorgesehen, eine oder mehrere Ideen zu prämieren und diese gemeinsam mit den Autoren in den nächsten Jahren umzusetzen.

Diese Maßnahme wird finanziert durch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Wettbewerbsart
Offener Ideenwettbewerb

Zulassungsbereich
International, weltweit

Teilnehmer
Berechtigt zur Teilnahme sind Arbeitsgemeinschaften aus Architekt*innen, Landschafts-architekt*innen und Künstler*innen sowie interdisziplinäre Teams mit Erfahrungen in ganzheitlicher oder memorialer Ausstellungsgestaltung bzw. interdisziplinäre Gestalter- und Projektteams, in denen Künstler*innen und Architekt*innen mitarbeiten.

Im Mindesten müssen ein Künstler und ein Architekt oder ein Künstler und ein Landschaftsarchitekt gemeinsam in einer Arbeitsgemeinschaft vertreten sein. Diese Zusammenarbeit ist auch innerhalb de Bewerbung von interdisziplinären Teams nachzuweisen.

Für Architekt*innen gilt: Natürliche Personen müssen am Tage der Auslobung gemäß den Rechtsvorschriften ihres Heimatstaates zur Führung der Berufsbezeichnung Architekt/Landschaftsarchitekt*in berechtigt sein. Ist in dem jeweiligen Heimatstaat die Berufsbezeichnung gesetzlich nicht geregelt, so erfüllt die fachliche Voraussetzung Architekt/Landschaftsarchitekt*in, wer über ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstige Befähigungsnachweise verfügt.

Juristische Personen sind teilnahmeberechtigt, sofern deren satzungsmäßiger Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist und der Wettbewerbsaufgabe entspricht sowie einer der Gesellschafter*innen oder einer der bevollmächtigten Vertreter*innen und Verfasser*in der Wettbewerbsarbeit die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllt.

Die Teilnahme von jungen Büros und Studierenden ist ausdrücklich gewünscht. Sie müssen für den Fall eines Gewinnes die Zusammenarbeit mit einer Architekt*in/Landschaftsarchitekt*in mit Zulassung nach oben genannten Regeln erklären.

Der Nachweis der Teilnahmeberechtigung ist in der Verfassererklärung mit dem Wettbewerbsbeitrag einzureichen.

Termine
Tag der Veröffentlichung: 01.08.2020
Abgabetermin: 30.10.2020
Preisgerichtssitzung: 30.11.2020 – 04.12.2020

Preisgelder
Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenfrei.
Ein Bearbeitungsgeld wird nicht gezahlt.
Es werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 25.000,00 EURO ausgereicht. Es ist beabsichtigt, drei Preise zu prämieren und 3 Ankäufe zu tätigen.

Mehr Informationen und Unterlagen ab dem 01. August 2020 unter
www.frankenberg-sachsen.de/Bildung-Kultur/gedenkstaettesachsenburg

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