Wettbewerbs-Ausschreibung
- wa-ID
- wa-2040906
- Tag der Veröffentlichung
- 13.02.2026
- Abgabetermin Stufe 1
- 30.04.2026
- Abgabetermin Stufe 2
- 16.08.2026
- Verfahrensart
- Offener Wettbewerb
- Fachbereich
-
Architektur
Kunst/Design
Landschaftsgestaltung - Teilnehmer
- Einzelpersonen und multidisziplinäre Teams aus den Bereichen Bildende Kunst, Geschichtsvermittlung, Landschaftsarchitektur oder Architektur
- Auslober
- Stadt Flensburg
- Koordination
- Flensburger Schifffahrtsmuseum
Ausschreibung Ideenwettbewerb:
Flensburger MEMORIAL zur kolonialen Vergangenheit
Der Kolonialismus hat die Stadt Flensburg maßgeblich geprägt. Die kritische Auseinandersetzung hat seit dem Ende des 20. Jahrhunderts in Flensburg zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dieser Prozess wird konstruktiv fortgeführt.
So soll weniger die Vergangenheit der Handelsstadt bzw. „Rumstadt“ Flensburg als die regionale Einbettung in den dänischen Kolonialismus thematisiert werden – unter Einbeziehung der Perspektiven der versklavten Menschen in der Karibik sowie ihrer Nachkommen.
Zur Findung konzeptioneller Lösungen wird ein zweistufiger künstlerischer Ideenwettbewerb gemäß RPW 2013, § 3.1 zur Gestaltung eines Erinnerungsortes an die kolonialen Verflechtungen der Stadt Flensburg ausgeschrieben.
Ziel ist ein Ort des Gedenkens im öffentlichen Raum, der
• die koloniale Vergangenheit Flensburgs thematisiert und kritisch vermittelt
• zur Auseinandersetzung mit historischen Verantwortungen anregt,
• Raum für Dialog bietet und
• ein Zeichen gegen Rassismus und für Menschenrechte setzt.
Der Erinnerungsort soll in unmittelbarer Nähe sowohl zum Hafen als auch zum Flensburger Schifffahrtsmuseum angesiedelt sein.
Teilnahmeberechtigt sind sowohl Einzelpersonen als auch multidisziplinäre Teams aus den Bereichen Bildende Kunst, Geschichtsvermittlung, Landschaftsarchitektur oder Architektur.
Ablauf: Anhand definierter Bewertungskriterien prüft eine Auswahlkommission in Stufe 1 die Bewerbungen und trifft eine Auswahl (s.u.). Die ausgewählten Teilnehmer*innen bzw. Teams werden in Stufe 2 eingeladen, die Entwurfsskizzen weiter auszuarbeiten. Die Ausarbeitungen werden der Flensburger Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert. In einem öffentlichen Abstimmungsverfahren werden bis zu drei Siegerentwürfe ermittelt und mit einem Preisgeld prämiert; insgesamt stehen dafür 6.000 Euro zur Verfügung.
Einreichfrist für Stufe 1
30.04.2026
Weitere Informationen
Kontakt für inhaltliche Fragen und Verfahrensfragen
Flensburger Schifffahrtsmuseum
Fon: +49 461 851716
Bewertungskriterien
Die Bewerbungen werden anhand nachstehender eindeutiger, nichtdiskriminierender, angemessener und qualitativer Kriterien ausgewählt.
Die Reihenfolge entspricht keiner Gewichtung.
1. Wirkung des Wettbewerbsbeitrages in Bezug auf die Aufgabenstellung
Dazu bieten folgende Fragestellungen den Beurteilungsrahmen:
• Kann sich der Vorschlag innerhalb des geografischen, räumlichen Kontextes behaupten?
• Wird auf die thematischen Vorgaben Bezug genommen?
• Wird die historische Dimension angemessen berücksichtigt?
• Lässt die Reflexion der historischen Ereignisse einen Gegenwartsbezug zu?
• Kann das vorgeschlagene Projekt intellektuell und emotional Wirkkraft entfalten?
• Wie überzeugend ist die Verbindung zwischen dem künstlerischen und vermittelnden Teil des Erinnerungsortes? Bekommen beide Aspekte gebührend Beachtung?
• Wie wird die Öffentlichkeit einbezogen?
• Werden unterschiedliche Zielgruppen angesprochen?
2. Raumgestaltung
im Kontext der konkreten Örtlichkeit
3. Dauerhaftigkeit und Langlebigkeit
der künstlerischen Elemente und der vorgeschlagenen Art der Vermittlung
4. Umsetzbarkeit und voraussichtliche Kosten der Realisierung
Mitglieder der Auswahlkommission
Dr. Alexandra Berger, Regionalpromotorin Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein
Axel Böcker, Untere Denkmalschutzbehörde
Myron Jackson, ehem. Senator, St. Thomas, US Virgin Islands
Kulturpolitische Sprecher*innen der Ratsfraktionen
N.N. Vertreter*in Kunstkommission
Prof. Dr. Sybille Bauriedl, Netzwerk Flensburg Postkolonial
Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani, Humboldt-Universität zu Berlin
Die Entscheidung der Auswahlkommission ist rechtlich nicht anfechtbar.
Teilnahme am Bewerbungsverfahren – Stufe 1
Die Teilnahme am Bewerbungsverfahren erfolgt digital.
Die Bewerbung muss folgende Angaben enthalten:
1. Titelblatt mit Namen, Anschrift, Kontaktdaten
2. Vita (alternativ Beschreibung des Projektteams) mit Projektverzeichnis (max. 2 DIN A 4 Seiten)
3. 3 Arbeitsbeispiele, pro Seite ein Beispiel mit einem kurzen Erläuterungstext von max. 500 Zeichen. Neben realisierten Projekten dürfen auch Entwürfe als Referenz eingereicht werden.
4. Erste Skizze der Idee. Dies kann visuell und/oder textlich erfolgen (max. 3 DIN A 4 Seiten). Es werden keine künstlerischen Vorgaben gemacht. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Standort und der Historie ist ausdrücklich gefordert.
Die geforderten Unterlagen müssen in einer PDF-Datei eingereicht werden. Empfehlung: Da die Datei der Auswahlkommission auf einem Screen präsentiert wird, ist eine Darstellung im Querformat zu empfehlen.
Die Datei sollte folgendermaßen benannt sein:
NachnameVorname_Bewerbung_FL.pdf
Sie darf die Größe von 12 MB nicht überschreiten.
Bewerbungssprache ist Deutsch oder Englisch.
Bitte beachten Sie: Kosten werden nicht erstattet. Die Unterlagen müssen vollständig eingereicht werden. Nicht vollständig eingereichte Bewerbungsunterlagen sowie Mehrfachbewerbungen führen zum Ausschluss. Bewerbungen außerhalb des formalisierten Verfahrens sind nicht zulässig.
Die Unterlagen müssen spätestens bis zum 30.04.2026 bei folgender eMail-Adresse mit dem Betreff „Ideenwettbewerb Memorial“ eingegangen sein: kulturbuero@flensburg.de
Der Eingang wird per eMail bestätigt.
Die Bewerber*innen willigen durch ihre Bewerbung ein, dass ihre personen-bezogenen Daten im Zusammenhang mit dem o.g. Wettbewerb für die Dauer des Wettbewerbes in Form einer Datei geführt werden. Sie erklären sich damit einverstanden, dass die im Zusammenhang mit der Teilnahme gemachten Fotos, Filmaufnahmen, Interviews u.a. in Rundfunk, Fernsehen, Printmedien usw. sowie im Rahmen der städtischen Öffentlichkeitsarbeit, auf den städtischen Websites und Social-Media-Kanälen ohne Anspruch auf Vergütung verbreitet und veröffentlicht werden.
Teilnahme am Wettbewerb – Stufe 2
Aus den eingegangenen Bewerbungen nimmt die Kommission anhand der Bewertungskriterien eine Auswahl vor. Diese Teilnehmer*innen werden gebeten, ihre Entwurfsskizze weiter auszuarbeiten, um eine öffentliche Präsentation zu ermöglichen.
Als mögliche Ausdrucksformen kommen sowohl innovative Formate wie dokumentarische und performative Arbeiten, partizipative Projekte, Video- und Fotoarbeiten sowie Installationen oder Modelle in Betracht.
Die ausgewählten Entwürfe werden sowohl physisch im Flensburger Schifffahrtsmuseum als auch digital auf der Homepage des Flensburger Schifffahrtsmuseums der Öffentlichkeit präsentiert.
Für den Zeitraum der Ausstellung ist die Öffentlichkeit eingeladen, über die Entwürfe online oder im Museum abzustimmen. Die maximal drei Entwürfe, die die meisten Stimmen erhalten, werden im Rahmen einer Preisverleihung mit einem Preisgeld prämiert.
Bitte beachten Sie: Für die Präsentation vor Ort übernimmt das Flensburger Schifffahrtsmuseum den Versicherungsschutz. Dazu benennt der/die Objektfertiger/in einen Wert. Nach Ausstellungsende werden die Entwürfe innerhalb einer Woche abgeholt. Ein Versand erfolgt nicht.
Voraussichtlicher Zeitplan des Wettbewerbs
Veröffentlichung der Ausschreibung: 01.02.2026
Einsendefrist: 30.04.2026
Auswahlkommission (Stufe 1): 31.05.2026
Einladung zur Teilnahme an Stufe 2: 15.06.2026
Abgabe der ausgearbeiteten Entwürfe: 16.08.2026
Ausstellung und öffentliche Abstimmung: 01.09. – 30.09.2026
Bekanntgabe der Wettbewerbssieger*innen: 09.10.2026
Preisverleihung: Ende Oktober 2026