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18.02.2017 - WESTKREUZ BERLIN: AIV-Schinkel-Wettbewerb 2017
Berlin

Auslober
AIV Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin e.V.

Wettbewerbsart
Offener Ideenwettbewerb

Wettbewerbsaufgabe
EINFÜHRUNG
Der AIV-Schinkelwettbewerb nimmt in diesem Jahr das Berliner Westkreuz in den Blick. Ziel ist es, Entwicklungspotentiale rund um den Verkehrsknotenpunkt zu erschließen. Dazu sind dazu drei unterschiedliche Aufgabenstellungen vorgesehen. Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Ort bildet der Themenschwerpunkt Transit/Ankunft/Migration eine zweite inhaltliche Klammer. Ein dritter Schwerpunkt greift das Potential von Großformen im Umgang mit diesem schwierigen Ort auf. Vorbilder dazu bilden Städtebau-Utopien 1920er und 1960er Jahre, wie der ‘Wolkenbügel’ von Lissitzky oder Archigrams ‘Walking City’.

I. CANYON
Das Westkreuz gehört zu den auffälligsten Zäsuren im Berliner Stadtgefüge. Trassen, Rampen, Brücken und Böschungen bilden ein abweisendes, zu Fuß und mit dem Rad kaum zu durchdringendes Geflecht. Die durch die Trassen zerschnittenen Flächen lassen sich nur eingeschränkt nutzen. Exemplarisch sind Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Flächenreserven im Bereich von belasteten Verkehrstrassen zu qualifizieren und als vielfältig nutzbare Stadträume wieder zu gewinnen.

Anknüpfungspunkte dazu bilden zwei komplementäre Szenarien: Das Szenario ‘Status Quo’ geht von davon aus, dass die Flächen in der vorliegenden Form aktiviert werden sollen. Ergänzend sieht das Szenario ‘Umbau’ eine Bündelung und Anpassung der Verkehrstrassen vor. Der zu entwickelnde städtebaulich-freiräumlicher Entwurf soll in aufeinanderfolgenden Phasen beide Entwicklungsstufen berücksichtigen. Dabei soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen öffentlich nutzbarem Freiraum und städtischer Bebauung entstehen.

Zu den besonderen Herausforderungen der Aufgabe gehört die Vernetzung der gegenüberliegenden Stadtteile, eine Aktivierung der Flächenpotentiale sowie die Entwicklung von geeigneten Freiraum- und Gebäude-Typologien im Umgang mit den Eigenarten des Standortes. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Verkehrplanung und konstruktiver Ingenieurbau.

II. ARRIVAL CITY
Der Berliner Busbahnhof ZOB liegt in unmittelbarer Nähe zu Westkreuz, ICC und Messe-Gelände. Inzwischen platzt der Bahnhof aus allen Nähten. Mit seiner Neukonzeption bietet sich auch die Chance zur Neuordnung des näheren Umfeldes. Im Anschluss zum Haus des Rundfunks von Poelzig soll ein neues Quartier mit eigener Identität entstehen.

Dazu sind gemischte Stadtbausteine zu entwerfen, die den Busbahnhof um komplementäre Nutzungen ergänzen. An der Schnittstelle Messedamm und Masurenallee / Neuer Kantstraße ist ein prägnanter Stadteingang zu entwickeln. Entlang der Stadtautobahn soll die bestehende Stadtkante fortgeführt und akzentuiert werden. Dabei ist die stadträumliche Wirkung von Funkturm und ICC als städtebauliche Zeichen zu berücksichtigen.

Der Busbahnhof soll als städtische Nutzung neu konzipiert und an aktuelle Anforderungen angepasst werden. Ziel ist der Entwurf eines zeitgemäßen Ankunfts- und Abreiseortes. Der Bahnhof ist als Transit-Hub in Tieflage zu entwickeln. Als Schnittstelle unterschiedlicher Moblitätsformen ist er sinnvoll mit den anschließenden Verkehrsarten zu verknüpfen. Dabei sind die unterschiedlichen Ansprüche der jeweiligen Fortbewegungsart zu berücksichtigen. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Verkehrsplanung.

III. FRIENDLY ALIEN
Eine ‘Stadtmaschine’ als Versuch: Sie soll neue Stadträume erschließen, bestehende Zäsuren überbrücken, Enklaven nutzbar machen, städtische Dichte und Mischung neu interpretieren.

Im Umfeld des Verkehrsknotens Westkreuz liegen zahlreiche Teil- und Restflächen. Es werden Entwürfe gesucht, die exemplarisch zeigen, dass sich diese Enklaven als wertvolle innerstädtische Flächenressourcen wiedergewinnen lassen. Anknüpfend an Großformen wie ICC oder ‘Zitrone’ (Büroturm der Architekten Léon-Wohlhage) soll ein kompaktes Gebäudevolumen entwickelt werden, das einen Mix an unterschiedlichen Nutzungen ermöglicht. Der Entwurf soll eine bessere Vernetzung der angrenzenden Stadtteile ermöglichen und das Angebot an öffentlichen Räumen erweitern. Die Grundfläche ist dazu möglichst durchlässig zu belassen. Konstruktiv soll das Gebäudevolumen daher mit möglichst wenigen Auflagerpunkten auskommen.

Aufgrund seiner besonderen Lage am westlichen Stadteingang kann das Objekt eine übergeordnete städtebauliche Zeichenfunktion übernehmen. Dazu ist die stadträumliche Wirkung des Funktums und des ICCs einzubeziehen. Der Entwurf kann bewusst an bestehende Großbauten sowie Städtebau-Utopien anknüpfen. Dabei ist eine sinnvolle Balance zu suchen, die kompakte Organisation und Erschließung mit zeitgemäßen Anforderungen an Gestalt und Lebensqualität verbindet. Die Aufgabe richtet sich an die Fachsparten Architektur, Landschaftsarchitektur und konstruktiver Ingenieurbau.

Preisgerichtssitzung
18. Februar 2017

Beteiligung
150 Arbeiten

Link zur Ausschreibung

Preisträger
Anerkennung Landschaftsarchitektur ‚Canyon‘
Patrick Brink · Jan-Eric Fröhlich · Lukas Merkel · Christian Tautz, Hannover
Schinkelpreis Aufgabe 'Arrival City'
Projekt: Arrival City
Julian Brack · Gerson Egerter · Robert Stahlschmidt, TU Berlin
Schinkelpreis Aufgabe 'Canyon'
Projekt: Im Westen drei Neue
Nora Prahm · Jelena-Kristina Vincetic, Bauhaus-Uni Weimar
Schinkelpreis Aufgabe 'Friendly Alien'
Projekt: Stadtmalandersrum
Noah Scheifele · Joel Seeger, HS für angew. Wissensch. Würzburg-Schweinfurt
Sonderpreis Architektur
Paul Gemmeke, Pliezhausen · Maximilian Hermann, Stuttgart
Sonderpreis Architektur / Konstruktiver Ingenieurbau ‚Friendly Alien‘
Christoph Berliner · Marcel Marbes · Christoph Thiede, Hamburg · Tilman Levine, Jesteburg
Sonderpreis Freie Kunst 'Arrival City'
Svenja K Frisch · Henning O M Niehoff, Cottbus
Sonderpreis Freie Kunst 'Canyon'
Luisa Appenrodt · Ann-Sophie Krüger · Berit Trebesch, Erfurt
Sonderpreis Landschaftsarchitektur / Architektur ‚Friendly Alien‘
Katharina M Höfer · Raphael Rogalli · Daniel Stephany, München
Sonderpreis Städtebau 'Arrival City'
Jonas Wiel, Berlin · Diego Martinez, Linz, Österreich
Sonderpreis Städtebau 'Canyon'
Philip Flögel · Alexander Forsch · Marcia Türk, Karlsruhe
Sonderpreis Städtebau 'Canyon'
Inga Berg · Paulin Kriegel, Weimar